Der beste Rat, den ich als frischgebackene Führungsperson erhalten habe, war sehr wertvoll. Ich hatte damals die Angewohnheit, sehr zackig, kurz angebunden und total auf die Sache konzentriert zu interagieren. Deswegen war ich schon ein wenig berüchtigt, weil die Leute im Büro von ihren Kollegen gebrieft werden mussten, dass ich gar nicht schlechter Laune war oder sie nicht mögen würde, sondern einfach nur so kurz angebunden interagiere. Dies hat mich gelehrt, dass die Emotion eben genauso wichtig ist wie die Sache.
Meine Idee, mich total auf die Sache zu konzentrieren, hat sich damit in Luft aufgelöst, weil etwas Wesentliches gefehlt hat: Die Beziehung, die Emotion. Und das ist ja genau das, was in der Führung so wichtig ist.
Dieser elementarer Führungsaspekt habe ich erst damals verstanden, übe es heute noch und es wird langsam, langsam immer besser. Diese Erkenntnis hat mir geholfen zu begreifen, dass es bei wirksamer Führung nicht nur um Sachlichkeit und Effizienz geht, sondern auch um zwischenmenschliche Beziehungen und emotionale Intelligenz. Es ist ein kontinuierlicher Lernprozess, bei dem ich mich stetig verbessere, um eine ausgewogene Balance zwischen Aufgabenorientierung und Beziehungspflege zu finden.